Bevor eine Speisekarte in Druck geht, kommen immer dieselben Fragen: A4 oder A5? Welches Papier? Wie groß muss die Schrift sein? Laminieren oder nicht?

Das sind keine Geschmacksfragen. Jede dieser Entscheidungen merkst du im Alltag – spätestens dann, wenn die Karte nach drei Wochen wellig ist oder ein Gast am Fenstertisch die Vorspeisen nicht lesen kann. Hier sind die Antworten, so wie ich sie in über 400 Restaurants gegeben habe.

Das Format: A4

Meine Empfehlung ist in fast allen Fällen A4. Der Grund ist einfach: Platz.

Auf A5 musst du Gerichte zusammenquetschen. Die Beschreibungen werden kürzer, die Abstände enger, alles rückt zusammen. Genau das kostet dich Geld – denn ein Gericht ohne Beschreibung verkauft sich schlechter als eines mit zwei Zeilen darüber, woher das Fleisch kommt.

A4 gibt dir Luft. Du kannst Gruppen voneinander trennen, du kannst deine besten Gerichte hervorheben, und der Blick des Gastes findet einen Weg über die Seite statt in einer Bleiwüste hängenzubleiben.

A5 hat seine Berechtigung bei Getränkekarten, Tageskarten und kleinen Zusatzkarten. Für die Hauptkarte ist es meist zu klein.

Das Papier: mindestens 300 Gramm

Die Papierstärke wird in Gramm pro Quadratmeter angegeben. Normales Druckerpapier hat 80 Gramm. Für eine Speisekarte ist das viel zu wenig.

Mein Richtwert: mindestens 300 Gramm. Darunter wird die Karte in der Hand schlaff, sie knickt an den Ecken, und nach ein paar Wochen sieht sie benutzt aus.

300 Gramm ist der Punkt, an dem eine Karte sich wertig anfühlt. Der Gast merkt das, bevor er das erste Wort gelesen hat – genauso wie er merkt, wenn eine Karte sich anfühlt wie ein Kopierzettel. Diese ersten zwei Sekunden bekommst du nicht zurück.

Die Schrift: 16 Punkt, nicht kleiner

16 Punkt ist meine Untergrenze. Nicht kleiner – auch nicht, wenn dann eine Seite mehr nötig wird.

Der Grund sitzt an deinen Tischen. Ein großer Teil deiner Gäste ist über fünfzig, und Restaurants sind meistens gedämpft beleuchtet. Was am hellen Bildschirm im Büro noch gut lesbar aussieht, wird abends bei Kerzenlicht zur Zumutung.

Und was macht ein Gast, der die Karte nicht entziffern kann? Er fragt nicht nach. Er bestellt das, was er kennt. Schnitzel. Die Pizza, die er immer nimmt. Deine schöne Beschreibung des Dry-Aged-Steaks hat er nie gelesen.

Wenn der Platz knapp wird: lieber eine Seite mehr als eine Schriftgröße weniger.

Der Schutz: Laminat

Eine Speisekarte geht durch viele Hände. Fettige Finger, ein Tropfen Wein, ein feuchter Tisch – das passiert jeden Abend.

Laminat ist die Lösung, die im Alltag am besten funktioniert. Die Karte lässt sich abwischen, sie nimmt keine Feuchtigkeit auf, und sie behält ihre Form. Eine laminierte Karte auf 300-Gramm-Papier übersteht ein Jahr Betrieb, ohne dass du dich für sie schämen musst.

Die Alternative wäre eine Mappe mit Klarsichthüllen. Die schützt zwar auch, wirkt aber nach ein paar Monaten abgegriffen – die Hüllen bekommen Kratzer und werden milchig. Laminat bleibt klar.

Der Umfang: 8 bis 14 Seiten

Das ist der Rahmen, in dem sich fast alle Karten bewegen, die ich gestalte. Darunter wirkt das Angebot dünn, darüber verliert der Gast den Überblick.

Wenn du mehr Seiten brauchst, ist das meistens kein Platzproblem, sondern ein Angebotsproblem. Dann lohnt sich die Frage, ob wirklich jedes Gericht auf die Karte muss.

Was das kostet

Eine komplette Speisekarte – Gestaltung, 8 bis 14 Seiten, Druck und drei bis fünf Korrekturrunden – liegt bei 800 bis 1.500 Euro.

Die Spanne kommt vom Umfang und davon, wie viel Vorarbeit nötig ist. Wer seine Texte und Preise fertig hat, liegt eher unten. Wer bei null anfängt und noch überlegt, welche Gerichte überhaupt bleiben sollen, eher oben.

Die drei bis fünf Korrekturrunden sind dabei kein Beiwerk. Eine Karte wird selten beim ersten Mal richtig – man sieht Dinge erst, wenn man sie gedruckt vor sich hat.

Wie oft erneuern: einmal im Jahr

Einmal im Jahr gehört eine Speisekarte erneuert. Nicht weil das Papier kaputt wäre, sondern weil sich in einem Jahr genug ändert: Preise, Lieferanten, Gerichte, die nicht mehr laufen.

Wer stattdessen Preise überklebt oder Gerichte durchstreicht, spart ein paar hundert Euro und verliert an einer Stelle, die jeder Gast in der Hand hält. Eine überklebte Zahl sagt: Hier wird improvisiert.

Die Kurzfassung

  • Format: A4
  • Papier: mindestens 300 Gramm
  • Schrift: 16 Punkt, nicht kleiner
  • Schutz: Laminat
  • Umfang: 8 bis 14 Seiten
  • Erneuern: einmal im Jahr

Das sind keine Regeln aus einem Gestaltungsbuch, sondern das, was sich im Betrieb bewährt hat. Wenn du deine Karte auf diese sechs Punkte prüfst, hast du das Wichtigste erledigt.

Und wenn du sie machen lassen willst statt selbst zu basteln: Wir gestalten und drucken Speisekarten für Restaurants – komplett, inklusive Korrekturrunden, bis die Karte sitzt.

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